Sonderausstellung

'Bitterer Maniok'  -  Indianische Kulturen der Amazonasregion
Naturmuseum und Ethnologische Sammlung, Freiburg, Gerberau 32, 2. OG, Ausstellungseröffnung - Freitag, 21. Mai, 18 Uhr, geöffnet bis 30.1.2011

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Brasilien - Facetten eines Landes

Brasilien - Facetten eines LandesDiese Foto - und Objektausstellung der Brasilieninitiative Freiburg e.V.war inzwischen in verschiedenen Städten zu sehen. Nachfolgend einen Einblick in diese Ausstellung.

Die Ausstellung ist all den Menschen in Brasilien gewidmet, welche tagtäglich um das Überleben kämpfen und trotz allem Elend versuchen, ihre Würde zu bewahren.

Brasilien, mit 8.547.403 km2 und seinen ca. 180 Millionen Einwohnern, dreiundzwanzigmal so groß wie Deutschland, hat zu viele Facetten, als dass diese in einer Ausstellung berücksichtigt werden könnten. Bewusst ausgeklammert sind Themenbereiche wie Karneval, Fußball, Musik - Bereiche, die in Deutschland das Brasilien-Bild prägen und einen wesentlichen Anteil an den klischeehaften Vorstellungen von diesem Land haben.

Die im Rahmen dieser Ausstellung angesprochenen Aspekte beabsichtigen, zum einen die Widersprüchlichkeiten Brasiliens aufzuzeigen, und zum anderen, soll die Brasilienausstellung zu einem differenzierteren Brasilienbild beitragen.

Gegen eine Gebühr kann die Ausstellung bei uns ausgeliehen werden. 

Hier einige Ansichten des Ausstellungskataloges (Druckexemplare vergriffen)
PDF-Download

Aus den Eintragungen ins Gästebuch

  • Liebe zu Land und Leuten spricht aus den Fotos, Beziehung und Solidarität mit dem, was DA ist, und Hoffnung auf das, was da noch kommen kann -sehr schön!
  • Vielen Dank für diesen Beitrag zu einem realistischen Brasilien-Bild hier in Freiburg, feito com muito carinho! 
  • Parabéns pela realizaçao desta exposiçao.klein aber fein. É sempre bom saber que existem pessoas que se preocupam em exaltar os outros aspectos” do nosso país.Gut gemacht.
  • Schöne, informative Bilder, die die Armut, aber auch Lebensfreunde zeigen, frei von dem üblichen Touristen-Klischees.
  • Diese Ausstellung ist super gelungen. Macht weiter so…
  • Oi, sehr gelungene Ausstellung mit herzlichen Bildern und Kommentaren.Obrigado.
  • Querido Günther,gostaria de aprender a ver o nosso Brasil com os seus olhos.
  • Ausgezeichnete Präsentation, sehr ausgewogen.
  • Armut und Schönheit so lebendig darzustellen, es ist ein Kunstwerk.
  • Felicitaciones a la VHS, exposiciones para conocer otros mundos siempre merecen la pena!
  • Parabéns pela riqueza e diversidade dos fatos e das fotos.Uma boa sinopse do Brasil.
  • Mesmo eu que já fui ao nordeste do Brasil,aprendi mais. Obrigada!
  • Ja, wo bleibt den Karneval, den Fußball und die Copacabana? Vielen Dank für die anderen Gesichter dieses Landes.
  • Querido Günther,algum dia vou conhecer o Brasil que você conhece.
  • Eindrucksvoll, beängstigend, faszinierend. Danke für den Realismus.
  • Dieser Ausstellung wünsche ich viele Besucher.Die Gürteltiere, die Fotos wunderbar! Und Lula ein NICHT Zurückweichen bei seinen Projekten...Und dem brasilianischen Urwald ein langes Leben und schließlich der brasilianischen Gesellschaft mehr Gerechtigkeit bei der Verteiligung der Ressouren!

 

 

Aus der Badischen Zeitung vom 14.01.2005

Zuckerhut und Elensviertel

Die Ausstellung „Brasilien - Facetten eines Landes" in Freiburg

Brasilien ist ein Land der zerreißenden Gegensätze: achtstärkste Wirtschaftsna­tion und Dritte-Welt-Region, fortschritt­lich auf technologischen Gebiet und rückständig im Sozialen. Armut und Reichtum liegen nah beisammen: Mit­ten im Zentrum der modernen Metropo­le Sao Paulo erheben sich die Cortiços, Hochhäuser für Bedürftige, gegen die mitteleuropäische Wohnsilos luxuriös anmuten. Als durchschnittlich infor­mierter Zeitgenosse weiß man von den sozialen Konflikten und der ungleichen Verteilung des Reichtums im Land. Doch in der Vorstellung dominieren die Bilder von tropischer Natur und südländischer Exotik.
Die klammert die Ausstellung „Brasilien - Facetten eines Landes" im Foyer der Volkshochschule Freiburg nicht aus, doch gerät ihr die exotische Landesnatur mit einigen wenigen Fotografien vom tropischen Regenwald Amazoniens zur bloßen Randnotiz. Abseits des Klischees vom Land des Karnevals, der heißen Samba-Rhythmen und virtuosen Ballzau­berer widmet sie sich der sozialen Wirk­lichkeit: dem Elend in den großen Städ­ten, in denen drei Viertel der rund 180 Millionen Brasilianer leben; dem Kampf der Landlosenbewegung um eine Le­bensgrundlage in einer von Großgrund­besitzern beherrschten und in manchen Regionen noch von oligarchischen Ver­hältnissen geprägten ländlichen Welt; auch der Situation einer an den Rand ge­drängten und der eigenen Kultur ent­fremdeten indianischen Bevölkerung.

Organisiert wurde die Ausstellung von GüntherSchulz und der Brasilien­initiative Freiburg. Schulz, Realschulleh­rer in Freiburg und Autor des Buchs „Landbesetzung Hoffnung für Millio­nen", kennt Brasilien von zahlreichen Reisen und einem vierjährigen Aufent­halt. Die Initiative, die heute verschiede­ne Projekte wie ein Wohnhaus für Stra­ßenkinder in São Paulounterstützt und Mitherausgeberin der Zeitschrift „Brasilien Nachrichten" ist, hat er 1978 mitbegründet.

Es sind tatsächlich ganz unterschied­liche Facetten, die die Ausstellung verge­genwärtigt: von moderner Architektur wie der Kathedrale und dem Justizpalast der Hauptstadt Brasilia bis zum bedroh­ten Naturparadies von Pantanal, von afri­kanisch-animistischen Einflüssen im brasilianischen Katholizismus bis zu Wirtschaftsfaktoren wie dem Eisenerz­abbau in Carajas oder der Karriere der Sojabohne, die als Exportschlager die Abholzung des Regenwalds und agrari­sche Monokultur fördert. Neben Foto­grafien dienen zahlreiche Objekte der Veranschaulichung: Indianischer Schmuck und Volkskunst, eine Tischde­cke aus geklöppelter Seide und Beispiele der Literatura de Cordel, kleiner Heft­chen zu Themen wie Liebe, Religion und Politik, die an Seilen aufgespannt auf Märkten und Plätzen zum Verkauf ange­boten werden. Ausführlicher beleuchtet die Ausstel­lung Themen wie die überfällige Agrar­reform, die auch unter dem volksnahen Präsidenten.„Lula" da Silva nur schlep­pend vorankommt, und das soziale Elend in den Städten mit ihren Favelas, mit Straßenkindern und Obdachlosen, Bandenkriegen und Gewalt. Es mag pla­kativ anmuten, wenn Bildern vom Zu­ckerhut und der Copa Cabana Aufnah­men von einem Elendsviertel oder eines Jungen mit aus Müll gebastelter Spiel­zeug-MP in der Hand gegenübergestellt werden. Doch das Urheberrecht bean­sprucht die Realität.

Hans Dieter Fronz

 

 
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