| Sonderausstellung |
'Bitterer Maniok' - Indianische Kulturen der Amazonasregion |
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| Brasilien - Facetten eines Landes |
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Die Ausstellung ist all den Menschen in Brasilien gewidmet, welche tagtäglich um das Überleben kämpfen und trotz allem Elend versuchen, ihre Würde zu bewahren. Brasilien, mit 8.547.403 km2 und seinen ca. 180 Millionen Einwohnern, dreiundzwanzigmal so groß wie Deutschland, hat zu viele Facetten, als dass diese in einer Ausstellung berücksichtigt werden könnten. Bewusst ausgeklammert sind Themenbereiche wie Karneval, Fußball, Musik - Bereiche, die in Deutschland das Brasilien-Bild prägen und einen wesentlichen Anteil an den klischeehaften Vorstellungen von diesem Land haben. Die im Rahmen dieser Ausstellung angesprochenen Aspekte beabsichtigen, zum einen die Widersprüchlichkeiten Brasiliens aufzuzeigen, und zum anderen, soll die Brasilienausstellung zu einem differenzierteren Brasilienbild beitragen. Gegen eine Gebühr kann die Ausstellung bei uns ausgeliehen werden. Hier einige Ansichten des Ausstellungskataloges (Druckexemplare vergriffen)
Aus den Eintragungen ins Gästebuch
Aus der Badischen Zeitung vom 14.01.2005 Zuckerhut und ElensviertelDie Ausstellung „Brasilien - Facetten eines Landes" in Freiburg Brasilien ist ein Land der zerreißenden Gegensätze: achtstärkste Wirtschaftsnation und Dritte-Welt-Region, fortschrittlich auf technologischen Gebiet und rückständig im Sozialen. Armut und Reichtum liegen nah beisammen: Mitten im Zentrum der modernen Metropole Sao Paulo erheben sich die Cortiços, Hochhäuser für Bedürftige, gegen die mitteleuropäische Wohnsilos luxuriös anmuten. Als durchschnittlich informierter Zeitgenosse weiß man von den sozialen Konflikten und der ungleichen Verteilung des Reichtums im Land. Doch in der Vorstellung dominieren die Bilder von tropischer Natur und südländischer Exotik. Organisiert wurde die Ausstellung von GüntherSchulz und der Brasilieninitiative Freiburg. Schulz, Realschullehrer in Freiburg und Autor des Buchs „Landbesetzung Hoffnung für Millionen", kennt Brasilien von zahlreichen Reisen und einem vierjährigen Aufenthalt. Die Initiative, die heute verschiedene Projekte wie ein Wohnhaus für Straßenkinder in São Paulounterstützt und Mitherausgeberin der Zeitschrift „Brasilien Nachrichten" ist, hat er 1978 mitbegründet. Es sind tatsächlich ganz unterschiedliche Facetten, die die Ausstellung vergegenwärtigt: von moderner Architektur wie der Kathedrale und dem Justizpalast der Hauptstadt Brasilia bis zum bedrohten Naturparadies von Pantanal, von afrikanisch-animistischen Einflüssen im brasilianischen Katholizismus bis zu Wirtschaftsfaktoren wie dem Eisenerzabbau in Carajas oder der Karriere der Sojabohne, die als Exportschlager die Abholzung des Regenwalds und agrarische Monokultur fördert. Neben Fotografien dienen zahlreiche Objekte der Veranschaulichung: Indianischer Schmuck und Volkskunst, eine Tischdecke aus geklöppelter Seide und Beispiele der Literatura de Cordel, kleiner Heftchen zu Themen wie Liebe, Religion und Politik, die an Seilen aufgespannt auf Märkten und Plätzen zum Verkauf angeboten werden. Ausführlicher beleuchtet die Ausstellung Themen wie die überfällige Agrarreform, die auch unter dem volksnahen Präsidenten.„Lula" da Silva nur schleppend vorankommt, und das soziale Elend in den Städten mit ihren Favelas, mit Straßenkindern und Obdachlosen, Bandenkriegen und Gewalt. Es mag plakativ anmuten, wenn Bildern vom Zuckerhut und der Copa Cabana Aufnahmen von einem Elendsviertel oder eines Jungen mit aus Müll gebastelter Spielzeug-MP in der Hand gegenübergestellt werden. Doch das Urheberrecht beansprucht die Realität. Hans Dieter Fronz
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